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Gesellschaft & Politik

Jenseits der Ungleichheit

Der Sozialismus der Zukunft
von Thomas Piketty, aus dem Französischen übersetzt von André Hansen
C. H. Beck, 232 S., 16,95 €

Wer mit 18 kein:e Sozialist:in sei, heißt ein altes, gern Winston Churchill zugeschriebenes Bonmot, der habe kein Herz – und wer es mit 50 noch sei keinen Verstand. Der französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty stellt in seinem Buch Der Sozialismus der Zukunft dieses Vorurteil vom Kopf auf die Füße.

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Gesellschaft & Politik

Lernen S‘ a bisserl Gegenwart

Die falschen Freunde der einfachen Leute
von Robert Misik
Suhrkamp Verlag, 138 S., 14,00 €

Radikalisierter Konservatismus – eine Analyse
von Natascha Strobl
Suhrkamp Verlag, 189 S., 16,00 €

„Die einfachen Leute […] können sich ihre Häresie nicht aussuchen, sie halten sich immer an den, der gerade in ihrer Gegend predigt, der durch ihr Dorf kommt und auf ihren Plätzen spricht,“ belehrt William von Baskerville in Umberto Ecos Roman Der Name der Rose seinen jungen Adlatus über das Wesen der Ketzerei.

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Gesellschaft & Politik

„Ein Blatt der Scheinheiligkeiten“

Ohne Rücksicht auf Verluste – Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet
von Mats Schönauer und Moritz Tschermak, mit einem Nachwort von Kevin Kühnert
Kiepenheuer & Witsch, 334 S., 18,00 €

Zeitungsmeldungen können, wenn sie sorgfältig recherchiert und geschrieben sind, die erste Rohfassung der Geschichte sein. Sie können aber auch schon morgen wieder vergessen sein, vor allem wenn sie mit (bestenfalls) schmaler Faktengrundlage lediglich dazu geschrieben wurden, die Emotionen der Leser:innen zu wecken. Dann nämlich muss täglich eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden, denn „am nächsten Tag wickelt jemand mit dem ganzen Mist eine tote Makrele ein.“*

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„Die Spirale der Niedertracht“

Die Shitstorm-Republik
von Nicole Diekmann
Kiepenheuer & Witsch, 298 S., 12,00 €

Der Shitstorm traf sie unerwartet. – Am Neujahrstag 2019 hatte die Journalistin Nicole Diekmann einen Tweet abgesetzt; dessen Text – „Nazis raus!“ – hatte sie schon einmal getwittert und zudem hielt sie ihn für eine Binsenweisheit, denn es sei doch klar, „dass wir hier in Deutschland keine Nazis mehr wollen.“ – Diesmal allerdings erhielt der Tweet erheblich mehr Aufmerksamkeit – und einer ihrer Follower fragte nach, wer den für sie ein Nazi sei.

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Das Bleibsel der Monate

Von hier an anders
von Robert Habeck
Verlag Kiepenheuer & Witsch, 377 S., 22,00 €

Miteinander reden – ist nicht nur der Titel eines Klassikers der Kommunikationstheorie*, sondern auch der Leitsatz des Politikers Robert Habeck; unermüdlich reist er seit Jahren quer durchs Land, um „die Distanz zwischen den Typen, die man aus dem Fernsehen kennt, und denjenigen, die von politischen Entscheidungen betroffen sind, zu verringern.“ Ihm war es wichtig „nahbar zu sein“ und Begegnungen mit Menschen und ihren Hoffnungen, Nöten und Schicksalen zuzulassen.