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Literatur & Kultur

Ein Monat voller Abschiede

Februar 33 – Der Winter der Literatur
von Uwe Wittstock
C. H. Beck, 266 S., 24,00 €

„Nach der Abfahrt stellt er sich an das Gangfenster und betrachtet die Lichter der Stadt, die an ihm vorbeigleiten. Er liebt sie sehr. Wie oft ist er hier am Anhalter Bahnhof angekommen, hat die gleichen Lichter gesehen und erleichtert aufgeatmet, endlich wieder zu Hause zu sein.“ – Trotzdem ist der Schriftsteller Alfred Döblin am Abend des 28. Februar 1933 froh, Berlin unbehelligt verlassen zu können.

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Gesellschaft & Politik

Jenseits von München

Eskalationen – Wie Hitler die Welt in den Krieg zwang
von Benjamin Carter Hett; aus dem Englischen übersetzt von Karin Hielscher
Reclam, 560 S., 32,00 €

Die gängige Erzählung über den Ausbruch des Zweiten Weltkrieg ist wie eine schlecht beleuchtete Straße: Einige Teile des Weges – die Münchener Konferenz, der Hitler-Stalin-Pakt, der Angriff auf Polen – sind gut beleuchtet, aber weite Teile des Weges liegen im Dunkeln.

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Literatur & Kultur

Die Entdeckung und Eroberung Europas durch die Inka

Eroberung
von Laurent Binet, aus dem Französischen übersetzt von Kristian Wachinger
Rowohlt, 384 S., 24,00 €

Begegnungen von einander fremden Kulturen können Angelpunkte der Geschichte sein. Da solche Begegnungen – selten werden sie geplant, meist ereignen sie sich zufällig – gleichzeitig von einem empfindlichen Gleichgewicht verschiedener Faktoren abhängig sind, eignen sie sich hervorragend, um eine Alternativgeschichte zu formulieren.

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Gesellschaft & Politik

Ein unerbittliches Unternehmen

Ausgeliefert – Amerika im Griff von Amazon
von Alec MacGillis, aus dem Englischen übersetzt von Tobias Schnettler und Ben Schröder
S. Fischer, 448 S., 26,00 €

Die beiden Städte liegen kaum 60 Kilometer auseinander – und doch trennt sie eine ganze Welt: Hier Washington D.C., Hauptstadt der USA, reich geworden durch Lobbyismus und die Nationale Sicherheits-Industrie, dort Baltimore, die alte Hafen- und Industriestadt, arm geworden durch Werksschließungen und Deindustrialisierung.

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Gesellschaft & Politik

Jenseits der Ungleichheit

Der Sozialismus der Zukunft
von Thomas Piketty, aus dem Französischen übersetzt von André Hansen
C. H. Beck, 232 S., 16,95 €

Wer mit 18 kein:e Sozialist:in sei, heißt ein altes, gern Winston Churchill zugeschriebenes Bonmot, der habe kein Herz – und wer es mit 50 noch sei keinen Verstand. Der französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty stellt in seinem Buch Der Sozialismus der Zukunft dieses Vorurteil vom Kopf auf die Füße.